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28.10.2019

Unerhörte Klangwelten mit Reinhold Schmölzer

Der Dezember wird bei der Spielvereinigung Sued ganz im Zeichen des österreichischen Schlagzeugers und Komponisten Reinhold Schmölzer stehen, dessen Kompositionen für Jazzorchester erstmals im mitteldeutschen Kulturraum aufgeführt werden. Dabei werden für klassische Big-Band-Besetzungen ungewohnte Klänge und Instrumentierungen die klanglichen Möglichkeiten erweitern und für ein sich stets neu erfindendes Hörerlebnis sorgen.

Reinhold Schmölzer (* 1983) wuchs in Radenthein, Österreich, auf und begann seine Schlagzeugausbildung im Alter von sieben Jahren an der Musikschule Spittal an der Drau. Dort sammelte er erste Erfahrungen in symphonischen Streich- und Blasorchestern, Big Bands und kleineren klassischen sowie Jazz-Formationen. Nach seinem Schulabschluss vertiefte er seine Schlagzeug- und Kompositionsstudien am Kärntner Landeskonservatorium, der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz sowie dem Jazz-Institut Berlin u. a. bei Erich Bachträgl, Howard Curtis III, Ed Partyka, John Hollenbeck und David Friedman (Vibraphonist).

Es folgten Tourneen durch Europa sowie begleitete Studioproduktionen bzw. Live Auftritte mit Künstlern und Formationen wie Rob Bargad, Ed Partyka Jazz Orchestra, David Helbock Trio, Jure Pukl, Michael Erian, Renato Chicco, NDR Bigband, Wayne Darling, Jazzwerkstatt Graz Composers Ensemble, Michael Lagger & Akrostichon, Aarhus Jazz Orchestra, Charlotte Greve, Graz Composers Orchestra, Malte Schiller´s Red Balloon und vielen anderen. Im Rahmen seiner Arrangeurs- und Komponistentätigkeit arbeitete er außerdem mit großen Ensembles wie mit der Hessischen Rundfunk Big Band, KELAG Bigband, HGM Jazz Orkestar Zagreb, Kammer-orchester Ensemble Prisma und der RTV Bigband Ljubljana zusammen.

Bei nationalen und internationalen Bewerben hat Schmölzer zahlreiche Preise als Schlagzeuger und Komponist gewonnen, wie den „Outstanding Performance Award“ beim „Kodolányi Jazz Wettbewerb 2010“ (Siófok, Ungarn), den „Jazzverk 2011“ Kompositionspreis für Big Band (Schweden) oder den „DOWNBEAT Student Music Award 2012“ (USA).

2012 kam sein Debüt Album „Miraculous Loss Of Signal“ mit dem 19-köpfigen Jazz Orchestra orchest•ra•conteur beim Schweizer Label Unit Records heraus. 2016 folgte das zweite Album des Orchesters „Aerial Image“ auf dem gleichen Label. In den Kompositionen dieser beiden Alben widmet sich Schmölzer ohne jede stilistische Einschränkung der Neudefinition des klassischen Big Band-Sounds. Auf der stetigen Suche nach einer eigenen musikalischen Sprache erfindet er ereignisreiche und detailverliebt ausgearbeitete Musikgeschichten, die ihren Ausdruck vor allem in einer lyrischen und erzählerischen Note finden. Seine Musik erzeugt Bilder, die vor Erzähllust nur so sprühen. Dabei gilt ihm Ordnung als oberstes Prinzip. Viele Passagen seiner Kompositionen sind auskomponiert, auch die improvisierten Teile folgen einem „Bauplan“. So entsteht eine innere Dramaturgie, die den Hörer abholt und ihn nach einer emotionalen Reise in die Weiten der reichen musikalischen Fantasie des Komponisten wieder am Ausgangspunkt entlässt. Durch diese Kompositionsweise hat sich Schmölzer zu einem Meister im Aufbau komplexer Themen entwickelt, die rhythmisch überraschen und auch durch mit raffinierten Harmonien unterlegten unendlichen Melodiebögen überzeugen. Obwohl Schmölzers Orchestrierungen auf der traditionellen Big Band Instrumentierung basieren, bereichert er die klanglichen Möglichkeiten zuweilen durch den Einsatz von Oboe, Flöte, Kontrabassklarinette, Marimbaphon oder eines mit elektronischen Effekten gekoppelten Vibraphons. Dieses erweiterte Instrumentarium hilft ihm zusätzlich, seine farbigen Klangvorstellungen punktgenau umzusetzen und weiter auszubauen.

Die Arbeitsphase mit der Spielvereinigung Sued im Dezember wird zum großen Teil auf den Kompositionen der beiden bereits genannten Alben „Miraculous Loss Of Signal“ und „Aerial Image“ basieren. Schmölzer wird aber auch einige neue Kompositionen mit eigens für die Spielvereinigung angefertigten Arrangements im Gepäck haben.

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.


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