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17.09.2019

„Inseparable. Unteilbar“

Portrait John Hollenbeck; Foto: Lukas Beck

Spielvereinigung Sued & MDR Rundfunkchor

Anlässlich des diesjährigen 30. Jubiläums der Friedlichen Revolution wird das Festivalprojekt „Inseparable. Unteilbar“ die grundlegenden Werte und Gedanken von damals wieder zur Diskussion stellen und einen Bogen zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation spannen. Dafür haben die Leipziger Big Band Spielvereinigung Sued und der MDR Rundfunkchor den US-amerikanischen Schlagzeuger und Komponisten John Hollenbeck mit einer Komposition für Big Band und gemischten Chor beauftragt. Das Libretto schrieb die schweizerisch-deutsche Lyrikerin Nora Gomringer.

Was bedeutet Humanität im Jahr 2019? Gibt es − während objektive Wahrheiten und Fakten infrage gestellt werden − noch eine Notwendigkeit, für den Mitmenschen einzustehen und die Stimme zu erheben? Sind angesichts globaler Konflikte und großer Flüchtlingsströme Bestrebungen nach Rückzug und Isolation verständlich und berechtigt? Oder sollte man vielmehr der gegenwärtigen Tendenz, dass allgemein gültige Werte und Normen des Zusammenlebens und Respekts immer mehr verloren gehen, bewusst etwas entgegensetzen?

Diesen Fragen und Themen wie Nächstenliebe und Humanität, Freiheit und Demokratie widmet sich das Festivalprojekt „Inseparable. Unteilbar“. Dafür haben die Spielvereinigung Sued und der MDR Rundfunkchor den US-amerikanischen Schlagzeuger und Komponisten John Hollenbeck mit einer Komposition für Big Band und gemischten Chor beauftragt. Hollenbeck zählt zu den kreativsten Köpfen der zeitgenössischen Musik im Spannungsfeld zwischen Jazz, Minimal Music, Avantgarde und freier Improvisation. Seine Klangästhetik, musikalische Sprache und Kompositionstechniken eignen sich hervorragend für die vielfältigen klanglichen und textuellen Möglichkeiten, die die Kombination aus großem Jazzensemble und gemischtem Chor bietet.

Das Libretto hat die schweizerisch-deutsche Lyrikerin und Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer geschrieben. In Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch verfasst, liest es sich als Hymne auf die Freiheit, den Frieden, die Menschlichkeit und das Mitgefühl, aber vor allem als ein Bekennerschreiben zur europäischen Idee. Es ist ein Plädoyer für die Werte und Ideen, die uns vor 30 Jahren zur Wiedervereinigung verholfen haben und durch die wir als vereintes Land unzertrennlich geworden sind. Und es sind die gleichen Werte, die uns auch heute über die Grenzen Deutschlands hinaus mit den Menschen in anderen europäischen Ländern verbinden und uns für einen starken Zusammenhalt in Europa immer als Maßstab dienen sollten – „This is how we become inseparable. So werden wir unteilbar“ hat Gomringer folglich ihr Libretto benannt, das schließlich auch für den Projekttitel „Inseparable. Unteilbar“ namensgebend war.

Für die Uraufführung dieses politischen Werks gibt es wohl keinen geeigneteren Ort als die Stadt Leipzig. Sie steht durch ihre Montagsdemonstrationen, die am 9. Oktober 1989 ihren Höhepunkt erreichten und entscheidend zum Fall der Mauer beigetragen haben, exemplarisch für die Friedliche Revolution. Mit „Inseparable. Unteilbar“ möchten die Initiatoren des Projekts und der Leipziger Jazztage an das mutige Engagement der Menschen erinnern, die 1989 für den friedlichen Wandel eingetreten sind und den Weg zur Deutschen Einheit ebneten. Die Gedanken und Ideale von damals, die unser friedliches und freiheitliches Zusammenleben bis heute so entscheidend prägen, werden wieder auf das Tableau gebracht und erinnern daran, dass unsere heutige Freiheit nicht selbstverständlich ist. Uns um sie zu sorgen, sie immer wieder neu zu verteidigen und für sie zu erkämpfen, ist unsere Aufgabe, damals wie heute.

  • Spielvereinigung Sued (Big Band)
  • MDR Rundfunkchor
  • Philipp Ahmann (Dirigent)
  • John Hollenbeck (Komposition)
  • Nora Gomringer (Libretto)

Gefördert durch die Förderrichtlinie „Revolution und Demokratie“, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Kulturamt der Stadt Leipzig und LEIPZIGSTIFTUNG

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